Spree Babe: "Augen auf und durch!"

Wer keine Gefühle zeigt, verhindert das Risiko beglückender Herz- und Schmerzanfälle.

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Stadtjäger

Horrido-johoo!

Habt ihr schönen Buchenaltholzbestand? Fehlen Dickungen um dem Wild sicheren Tageseinstand zu gewähren?

Here we go:

Dickungen anlegen

Besorgt euch über den zuständigen Förster etwa 1200 – 1600 Fichtenpflänzchen. Diese sind max. kniehoch und kosten etwa 15 – 20 Cent. Stimmt euch über den Standort mit ihm ab, er wird euch sicher gerne helfen. Ihr benötigt 2 m lange Fluchtstangen, die ihr im Abstand der Eigenlänge in den Boden schlagt. So muss man nur immer wieder die nächste daneben legen und hat die passende Stelle. Auf etwa dreißig Meter steht die andere Mannschaft und schlägt dort in der selben Weise die Fluchtstangen ein. Die Abstände dazwischen gilt es in – möglichst – gerader Linie (haha) zu bepflanzen.

Das geschieht wie folgt:

Ihr nehmt eine Wiedehopfhacke, schabt die Laubschicht zur Seite bis auf den Mutterboden. Dann wird mit der beilartigen Seite ein Spalt in den Boden geschlagen. Feste! Hacke drehen und mit der anderen Seite in rechtem Winkel am oberen Ende des Spaltes fest einschlagen. Vorsichtig anheben- so entsteht eine Pflanztasche. Die zweite Person steckt die Wurzel der Fichte GANZ in diese Pflanztasche. Es darf keine noch so kleine Wurzel herausschauen! Hacke vorsichtig herausziehen und nun – das ist ganz wichtig – das Ganze rundherum fest antreten. Am besten mit der Ferse, dann hat man die meiste Kraft. Frau auch. Es darf keine Luft in der Pflanztasche bleiben, sonst würden die Wurzeln absterben. Das geht so die ganze Reihe lang, alle 60 cm eine Fichte. Seid ihr am Ende angekommen, zieht ihr die Fluchtstangen, bei denen ihr angefangen habt, heraus und schlagt diese auf den nächsten dreißig Metern in den Boden. Auf diese Weise könnt ihr nach und nach die Fläche beliebig verlängern. In der seitlichen Ausdehnung ist es natürlich genauso.

Bei dieser Arbeit empfiehlt es sich, ein kräftiges Mannsbild die Wiedehopfhacke schwingen zu lassen. Ihr glaubt nicht, wie schwer so ein Ding nach nur 5 Pflanztaschen geworden ist! Den Kerlen geht es beinahe genauso (okay, okay: nach 20 Pflanztaschen), aber reges Nachfragen nach der Befindlichkeit des männlichen Schwungarmes sowie das Klappern mit der Bierkiste stachelt eure „herrlichen“ Helfer zu Höchstleistung an. 1600 Fichtlein sind auf jeden Fall an einem Samstag zu schaffen. Ich empfehle 3 – 4 Teams à zwei Personen.

Wenn die Dickung zu Beginn der Vegetationsperiode angelegt wird, muss man auch nicht sofort mit Verbiss rechnen. Tja dann: frisch ans Werk! Nach nur fünf Jahren habt ihr die allerschönste Dickung!

Zubehör: Fluchtstangen, Wiedehopfhacken, Bier, Pflaumenkuchen mit Streuseln und EINEN Entscheidungsträger mit Augenmass und/oder Durchsetzungsvermögen, der entscheidet was „gerade“ ist. Daheim Badeschaum und Eimermacher`s Pferdesalbe.

 Himbeer-Horst (-Günter, Heiner, Jan, Volker…)

So. unsere Dickungen sind angelegt. In ein paar (kleingeschrieben!) Jahren schieben sich da die Sauen ein. Die Fichtlein sollen nicht verbissen werden. Also wollen wir Äsung anbieten für unser Rehwild. Dazu eignen sich Himbeeren. 800 Pflanzen sind schon prima. Das reicht für 6 – 7 Himbeer-Horste pro Dickung. Die Himbeeren brauchen Sonne. Also stellen wir uns in unsere Dickung und schauen zunächst nach oben. Dort, wo die hohen Buchen keine Kronenverdichtung bieten, sondern eine luftige, sonnige Lücke, ist es ideal.

Wir setzen die kleinen Himbeerpflänzchen in einem Pflanzabstand von etwa 50 cm, und zwar Seitenabstand wie Reihenabstand. Das ganze in einem Pulk, dem sog. Himbeer-Horst (nicht zu verwechseln mit dem Jagdaufseher). Gesetzt werden die Wurzeln in die bewährten Pflanztaschen. Wir erinnern uns: die Wiedehopfhacke schlägt einen Spalt, wird gedreht und mit dem anderen Ende im rechten Winkel an das obere Ende des Spaltes geschlagen und dann vorsichtig angehoben. Nachdem zuvor die Laubschicht weggekratzt wurde – versteht sich. Die zweite Person des Himbeerstrauch-in-die-Erde-bring-Teams steckt nun den kleinen Wurzelballen VOLLSTÄNDIG in die Pflanztasche. Ziehen die Haarwurzeln Luft, ist es aus mit der Marmelade. Fest antreten, wie gehabt. Macht euch keine Gedanken, wenn ihr den trockenen, mageren Stängel mit der Winz-Wurzel seht. In Null-komma-nix wuchert unser Himbeerstrauch in der Sonne und bildet fleißig Seitentriebe. Verbiss regt das Wachstum hier nur an…

Alternative Spaten: hier hat unser Karsten den Kreuzstich „erfunden“. Bietet sich besonders für die Pflänzchen mit den kleineren Wurzeln an. Geht auch. GUT antreten! Weiteres Zubehör: Apfel-Mandel-Platenkuchen und Vitaminsaft.

Am Nachmittag bleibt noch Zeit Hochsitze zu bauen. Wir hatten uns für den in der PIRSCH veröffentlichten Bausatz des Scherensitzes entschieden. Fairerweise muss ich sagen, dass wir die passenden Stämme bereits am Vortag in der ausreichenden Menge gesägt hatten. Maßband, Kettensäge, schwerer Hammer und laaange Nägel sind erforderlich. Optimalerweise sollten die Stämme noch geschält, zwei Wochen liegengelassen und dann lasiert werden. Das haben wir uns aber geschenkt. Wir haben auch keine Halblinge, sondern Vollstämme genommen. Und geschält haben wir hinterher. Mit einem scharfen Beil, kurz gefasst. Auf diese Weise haben wir ziemlich flott zwei Hochsitze fertig gestellt.

Okay, okay. Der erste war etwas schief. Heiner erinnerte sich an seinen Prof, der mal Picasso zitiert hatte: Symmetrie ist die Ästhetik der Primitiven. Da aber das Auf- und Abbaumen bei voller Gesundheit nicht garantiert werden konnte, haben wir die schrägen Rückstreben noch mal losgeschlagen und so angesetzt, dass sie im oberen Bereich der Schere außen sitzen. Ich fand aber trotzdem, dass dieser Sitz „Picasso“ heißen müsste. Damit waren sofort alle einverstanden. Der zweite Sitz war etwas breiter geraten und ihr ahnt es: er wurde „Kuschelsitz“ getauft. Unerlässliches Zubehör für diese körperlich recht schwere Arbeit: Handschuhe, Hähnchenkeulen und noch mehr Vitaminsaft.

Na dann: immer guten Anblick und Waidmannsheil!

Sauburgen bauen

Habt ihr Sauen als Wechselwild? Fehlen Dickungen und Hecken in eurem Revier um die Schwarzkittel sicher zu binden?

 

 

 

 

 

In der Nähe der Suhle, Sulze oder in einer anderen ruhigen Ecke des Reviers sucht ihr eine geeignete Bodenvertiefung, Senke oder die Kuhle, die ein vom Sturm ausgerissener Wurzelteller hinterlässt. Falls die natürliche Bodenformation nicht ausreicht, kann man mit Spaten und Schüppe ein wenig nachhelfen. Drei bis vier Meter scheinen optimal zu sein. Jetzt bedeckt ihr diese Längsmulde mit einer dicken Strohschicht – 2 Pakete pro Burg müsst ihr rechnen. Nun schlagt ihr auf einer imaginären Längsachse drei zugespitzte Stangen in den Boden. Sie sollten anschließend etwa 70 cm aus dem Boden ragen. Um das Ganze zu fluchten, wird die mittlere Stange natürlich zuletzt eingeschlagen. Quer darüber wird ein kräftiger Balken/Stangenholz gelegt.

Da die meisten Wälder so voller Windbruch sind, ist es gar nicht nötig, Bäume für diese Aktion zu fällen. Falls doch, wählt man trockenes Stangenholz. Diese Querstange muss fest angenagelt werden. Danach lasst ihr eure Helfer ausschwärmen. Ihr sammelt alles, was ihr an umgebrochenen kleineren Bäumen und Baumspitzen findet und legt es so auf dieser Querstange ab, dass quasi ein langes Zelt entsteht. Täuscht euch nicht. Es muss mindestens 1,70 – 1,80m hoch werden. Die oberste Schicht sollte aus Grünmaterial bestehen (frischer Windbruch). Die Sauburg muss absolut dicht sein! Lichteinfall von oben bedeutet: hier kommt Regen durch.

An den beiden Enden ist jeweils Ein- und Ausgang. Wenn ihr sicher seid, dass alles okay ist, kommt das lustige Probeliegen: das Einschliefen einer schlanken Person bringt letzte Gewissheit, dass die Anlage von oben licht- und regendicht ist. Nun könnt ihr noch einige Handvoll Mais im Bogen um und in die Burg streuen, damit die Sauen merken, dass sie hier auf jeden Fall richtig sind. Nicht vergessen, die Körner auf dem Waldboden ein wenig einzuscharen, sonst holen sich das die Vögel, bevor der erste Schwarzkittel des Weges kommt und sich einschiebt.

Zum guten Schluss die umliegenden Bäume noch mit Buchenholzteer einstreichen und abwarten – die Sauen kommen bestimmt!

Arbeitsmaterial: Handschuhe für alle Helfer (6 – 7 Personen), dicker Hammer mit langem Stiel, Axt, Spaten, Kettensäge, Hammer und Nägel, Seile um das Ziehen der Stämme zu erleichtern, Zitronenkuchen und Radler.