Texte für Magazine
Außergewöhnliche Singles aus Australien
Claudia Bätge, mehrfach int. gekrönte Preisträgerin der Goldschmiedekunst, präsentiert in ihrem Atelier in der Nähe des Kollwitzplatzes, ihre „Tea-tree-bark-Ringe“. Ein Aboriginee überreichte ihr auf einem ihrer Australienreisen, wo sie selbst erfolgreich nach Gold und Edelsteinen schürfte, einige Baumrindenstücke des für ihn heiligen Teebaumes. Zurück in Deutschland gelang es Claudia Bätge, die ausdrucksstarke Rinde in ein Stück unvergängliche Natur umzuwandeln. Die Abdrücke des auch bei uns durch seine heilsamen Öle bekannten Baumes, goss sie einzeln in liebevoller Handarbeit in Gold und Silber und schuf so individuelle Ringe von unvergleichlicher Schönheit, die nur noch wahlweise von massiv gefassten farbigen Steinen oder ungeschliffenen Diamanten gekrönt werden. Der Clou sind die Herrenringe, die die gefassten Steine innen tragen – ein Meisterwerk der Symbiose aus Wertbeständigkeit, Kraft und Zeugnis der Natur. Claudia Bätges Schmuckstücke sind so einmalig wie die Trägerinnen dieser massiven Kostbarkeiten. Überzeugen Sie sich selbst von der einzigartigen Ausstrahlung der Teebaumrinden-Ringe bei einem Besuch in ihrem Atelier in der Kollwitzstrasse 44.
www.baetge-schmuck.de
Eine runde Sache – logisch!
Der Kreis ist das Symbol des Lebens, Anfang und Ende. Der Ehering ist das Symbol für Liebe, die ein ganzes Leben währen soll. Auch zu vielen anderen Gelegenheiten werden Ringe verschenkt und sie eignen sich hervorragend, um sich selbst zu beschenken. Der Kreis bestimmt auch das Logo der Goldschmiedin Claudia Bätge. GB – eine runde Sache, schlüssig, ästhetisch, dezent und dennoch aussagefähig. Über 30 Jahre, mehrfach international preisgekrönt – eine Meisterin ihres Fachs, die Gold und Edelsteine selbst schürft im fernen Australien, wo sie und ihre erfolgreiche Suche nach dem Außergewöhnlichen mehrfach Thema in der Presse und im Fernsehen war, ihr Logo längst bekannt ist.Ganz still und leise fertigt sie in der Nähe des Kollwitzplatzes in Prenzlauer Berg funkelnde Kreationen, die in Film und Fernsehen ihren Platz finden. Eine runde Sache, das ist ihr Markenzeichen auf dem Ring, der jede Sie und Ihn stilsicher schmückt. Haben Sie teil am Besonderen mit dem wundervollen Logoring der Goldschmiede Bätge. Den Sterlingsilberring können Sie wählen zwischen den Ausführungen in edlem Schwarz, fröhlichem Blau oder dezenter Hohlfräsung, die den Schimmer des hochwertigen Metalls besonders hervorhebt.
Überzeugen Sie sich selbst bei einem Besuch in dem Goldschmiedeatelier Claudia Bätge, Kollwitzstr. 44.
Beschreibung eines Fotokunstwerks des Künstlers Garry Orriss, Original: "Australian National Gallery" in Canberra, Australien, Dt./Engl.
Willy, der Huli-Krieger
Willy ist ein angesehener und hoch respektabler Huli Krieger aus dem Tal Tari und trägt hier seine traditionelle Kriegsbekleidung in den typischen Farben seines Dorfes. Sowohl er als auch der Mann, der seinen Bruder getötet hat, und dessen Schädel er unter dem Arm hält, stammen aus dem Hochland Papua Neu Guineas. Es kostete Garry Orriss zwei Jahre harter Arbeit, bis er dieses Portrait machen konnte. Ursprünglich entstand es aus einer Inspiration von Allen Sneesby, Garrys Großvater, der einer der ersten Weißen und Entdecker überhaupt war, die Soki Kopfjäger fotografierten, und zwar am oberen Lauf des Flusses Fly in den späten 30er bis frühen 40er Jahren. Stammesfehden sind allgemein verbreitet unter den Hochlandstämmen Neu Guineas. Obwohl staatliche Behörden sowie Missionare geholfen haben, die kriegerischen Handlungen einzudämmen, gibt es nach wie vor Gemetzel zwischen den einzelnen Dörfern. Die Hochlandstämme huldigen einem „Rückzahl-System“, in dem die Strafe für die Missetat höher sein muss, als das ursprüngliche Vergehen selbst. Zu vergeben und zu vergessen wäre ein undenkbares Verbrechen. Über Papua hinaus, kommt der Kannibalismus bei den Korowai- und Kombai-Völkern des Südostens und in der Asmat-Region im Südwesten vor. Es ist der Verbreitung des Kuru zu verdanken, dass die australische Regierung 1959 rituellen Kannibalismus unter Strafe stellte, obwohl allgemein angenommen wird, dass er sehr wohl bis in die 70er Jahre praktiziert wurde. Willy hält den Schädel des Mannes, der seinen Bruder tötete und der von seinem Vater getötet wurde, der dann im Gegenzug von einem von dessen Verwandten umgebracht wurde. Wegen seines animistischen Glaubens darf der Name des toten Mannes nicht genannt werden, obwohl er aus einem Dorf stammt, das kaum drei Kilometer entfernt liegt und er mit einem Speer in einem eigens angezettelten Krieg zu Tode kam. Willy ist Animist* und glaubt an die Beseelung allen Seins. Er verwendet keine vergifteten Pfeile, sondern glaubt fest an die vorherbestimmende magische Kraft seines Bogens und seines Speeres. Der Krieg, um den es hier geht, brach Mitte des Jahres 2004 aus nach dem Diebstahl von zwei Schweinen und dauerte 28 Tage. Er kostete 17 Menschen das Leben, einschl. Willys Vater, Bruder und zwei Verwandter. Die Zähne des Toten wurden aus dem Schädel entfernt um die Geister des Toten zu verwirren und um zu verhindern, dass der Verstorbene noch irgendwelche Stärke entwickeln kann. Diese Zähne werden in einer kleinen schwarz gebrannten Schale aufbewahrt (links im Bild) und manchmal mit den Skelettüberresten anderer Vorfahren gemischt, um die Rachegeister zu verwirren. Zusätzlich werden geflochtene Pflanzenstränge durch die Nasenhöhle und um den Unterkiefer gezogen, damit der Mund des Verstorbenen fest verschlossen bleibt. Dies geschieht um zu verhindern, dass sein Geist sprechen kann. Willys Kopfbekleidung oder auch manda genannt, besteht aus zusammen geballten menschlichen Haaren und auf dem Scheitel sehen wir die großartigen Paradiesvogelfedern des ubija Raggiiana. Seine Kopfbedeckung ist eine wichtige zeremonielle manda. Sie ist mit schwarzem Klee gefärbt, was einmalig ist, denn die meisten dieser Perücken sind rot, während normale Alltagsperücken braun sind. Diese manda wird gekrönt von den Federn des Kasuar (yari iri), die seinen Rang darstellen. Die Freiheit des Ausdrucks ist ein verbriefter Teil der Huli Kultur. Daraus ergibt sich eine riesige Bandbreite von Ausschmückungen und Dekorationen. Im Vorderteil der Perücke können wir die berühmten schimmernden grünen-blauen Kämme von yagama, dem prächtigsten Paradiesvogel, sehen. Auf jeder Seite der Perücke sind verschiedene Papageienfedern befestigt, welche Weisheit symbolisieren, sowie einige andere Federn von Vögeln, die Willy im Laufe des Jahres erlegt hat. Direkt unter der Perücke trägt er eine Schlangenhaut (lebage) – einmalig unter den Hulis. Seine Ohren sind mit Opossum-Fell (tia iri) bedeckt, Baumkängeruh-Fell verläuft rechts und links seiner Perücke. Um seinen Hals trägt Willy die übliche halbmondförmige Perlmuttmuschel, die halepange genannt wird. Sie ist das Zeichen von Wohlstand und eine wichtige Voraussetzung dafür, eine Frau kaufen zu können. Er selbst hat sieben Frauen. Um seinen Hals trägt er zwölf gedrehte Stränge von roten Plastikperlen, die optisch in den unteren Bereich seiner Gesichtsbemalung spielen. Vier dieser Perlenstränge hat er in einem Laden gekauft, acht stammen von dem getöteten Mann. Um seine Taille können wir eine rot gefärbte pupai sporran erkennen, deren Enden mit Schweineschwänzen verziert sind. Diese Schürze wird dambale genannt und aus zusammen gerollten Pflanzenfasern hergestellt, die gefärbt und zur weiteren Verarbeitung zu Strängen geflochten werden. Man nennt sie pu. Pu wird ebenfalls verwendet, um eine Axt an ihrem Schaft festzubinden, eine weitere Verwendung ist die Herstellung von Strangtaschen, die billum heißen. Willys billum ist fünf Jahre alt, selbst hergestellt und in der unteren rechten Ecke des Bildes zu erkennen. In dieser Tasche befindet sich eine Tagesration von kalten, gebackenen Süßkartoffeln (hina) und Tabak (mundu), sowie eine Bambuspfeife (mundu-be). Des weiteren führt er eine Axt mit sich, einen Stock um keba auszugraben, einen Kamm und das Stück eines zerbrochenen Spiegels um sich zurecht zu machen, sowie etwas Make-up und eine Brieftasche (iba waea), die aus Blättern gefertigt wird. Um die Taille trägt er ein Knochenmesser (hongoia), verziert mit dem Schwanz eines Schweins (nogo erene). Solche Messer werden heutzutage aus Kasuarknochen hergestellt und sowohl bei kriegerischen Handlungen als auch zum Graben benutzt.
Der Hintergrund dieses Kunstwerks enthält einige profunde und symbolhafte Zeichen, deren Bedeutung in einem Buch über den Künstler nachgelesen werden können. Eines der Symbole stellt die Einigkeit, den Geist und die Macht des Huli Stammes dar. Die Malereien auf Willys Körper sind seine eigenen und in „pigeon English“ geschriebenen, der offiziellen Landessprache Papua Neu Guineas, die Willy ebenfalls beherrscht. Übersetzt bedeuten sie: „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst.“
Üblicherweise war es Tradition, den Verstorbenen an Pfosten vor der Familienwohnstatt festzubinden und dort verrotten zu lassen als Erinnerung für die Familie und den Clan des Getöteten, diese Tötung zu sühnen. Das ist heutzutage nicht mehr der Fall, seit christliche Missionare und später die Regierung es durchsetzen konnten, dass diese Praxis ausgemerzt wird.
Für weitere Informationen hierüber und andere Kunstwerke von Garry Orriss besuchen Sie bitte http://goart.com
oder die offizielle Homepage www.GarryOrriss.com
* Der Animismus ist eine gerade in Jäger-Sammler-Kulturen weit verbreitete Ur-Religion, die von der allgemeinen Belebtheit der Natur ausgeht, und die an die Personifizierung und Beseelung von Mensch, Tier, Pflanzenwelt, selbst Steinen glaubt. Anders als in der christlichen Welt stellt Seele im Animismus eine allgemeine Lebenskraft dar, die allem innewohnt und deren Regeln und Gesetzmäßigkeit es zu erforschen gilt, damit der Wille der Naturelemente gelenkt werden kann – zum eigenen Wohle oder zur Abwendung von Schaden.
(Text: Mareen Vahle, Berlin, Germany)
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